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Lauterbach Krankenhausreform in Gefahr?

Verantwortlicher Autor: Klaus Krönert Berlin, 14.04.2024, 14:32 Uhr
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Karl Lauterbach bei emotionaler Rede im Bundestag
Karl Lauterbach bei emotionaler Rede im Bundestag  Bild: Klaus Krönert

Berlin [ENA] An den Reformvorhaben von Karl Lauterbach (Krankenhausreform etc.) gibt es viel Kritik und könnte Gesundheit vieler Menschen gefährden - Die geplanten Gesundheitskioske scheitern am Sparvorhaben vom Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), berichtet ARD-Hauptstadtstudio

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist offensichtlich am Limit angelangt. Termine beim Arzt sind häufig nur noch online buchbar, da die telefonische Erreichbarkeit zunehmend schwierig wird. Selbst bei Glück kann man einen Termin erst in 4-8 Wochen bekommen, und in dringenden Fällen müssen lange Wartezeiten im Wartezimmer in Kauf genommen werden. Vielleicht kein Wunder, warum immer häufiger die Notfallstationen zur Anlaufstelle werden, denn wie sollen Patienten bewerten, wie eilig eine Behandlung ist, denn viele Erkrankungen bedürfen auch schnelle Behandlungsmaßnahmen um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Eine noch ganz andere Situation spitzt sich im Bereich der Notfallversorgung zu, denn die Reformen des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD), sind zwar nett gemeint, werden sicherlich auch Kosten einsparen können, doch gerade für chronisch erkrankte oder Menschen mit Behinderungen, kann diese Reform ein massiver Einschnitt in die Qualität der Gesundheitsversorgung mit sich bringen, mit Folgen und Auswirkungen, die heute noch nicht absehbar sind. Gesundheitsleistungen sollen zentralisiert werden, so dass eben nicht mehr jedes Krankenhaus auf alle Formen der Erkrankung eingehen kann, sondern sich die Krankenhäuser spezialisieren.

Eine Form der Kompetenzbündelung, die sich erst einmal positiv bewerten lässt. Aus Sicht des Bundesgesundheitsministers, der selber Mediziner ist und es eigentlich besser wissen müsste, seien Fahrtwege von 30-40 Minuten zum nächsten Krankenhaus durchaus akzeptabel. Problematisch wird die Idee aber bei der Notfallversorgung. Gerade wenn die Erkrankung sich auf lebenswichtige Organe bezieht, denn hier können 30-40 Minuten zur nächsten Fachklinik mit kompetenter Behandlungsmöglichkeit, entscheidend für die Vermeidung von Krankheitsfolgen oder Überlebenschance sein.

Weder Schlaganfälle, Herzinfarkte noch lebensbedrohliche Lungenerkrankungen machen eine Pause von 30-40 Minuten, nur um Geld zu sparen. Es geht hier um die Vermeidung von schwerwiegenden Krankheitsfolgen oder sogar um die Chance auf Überleben. In der Bundespressekonferenz am 11. April, stellten die Spitzen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ihre Kritikpunkte an der Gesundheitspolitik dar. Alle vier eint die Sorge darum, ob die Menschen in Deutschland auch in Zukunft noch flächendeckend und wohnortnah Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheken finden werden.

Ohne unmittelbare politische Weichenstellungen seien dramatische Versorgungslücken zu erwarten. Kritisiert wird auch, dass Lauterbach in überflüssige neue Strukturen investieren wie beispielsweise Gesundheitskioske (stand 11.04.2024). Laut ARD-Hauptstadtstudio vom 14.04.2024, hat das Bundesgesundheitsministerium die Gesundheitskioske nun wieder komplett gestrichen. Es wird spekuliert, dass der Bundesgesundheitsminister damit dem Spardruck vom Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nachgibt. Vermutlich wird es eine Reform geben, deren Auswirkungen dann nachfolgende Regierungen wieder ausbügeln dürfen. Mehr auf: https://bit.ly/EUS-KKReform

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