Samstag, 06.03.2021 02:05 Uhr

UBS und Raiffeisen schröpfen Kunden

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 06.01.2021, 14:26 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 5328x gelesen

Zürich [ENA] Beide Riesen drehen an Schraube für Retailkunden. UBS irritiert mit Muster-Schreiben für QR-Code, verweigert Cash-Grossbezug. UBS-Rentner und bestimmte weitere Kundengruppen erhielten mit den Jahresend-Dokumenten unerwünschte Post ins Haus. Ihre Gebühren steigen. Mehr für Post-Auszüge, mehr für Express-Zahlungen. Wer auf Mail-Zustellung umstelle, der könne „von günstigen Preisen profitieren“. Bei der Raiffeisen,

der Nummer 3 im Land, zeigen die Gebühren ebenfalls nur in eine Richtung: nach oben. Bei der Raiffeisenbank Mutschellen gibts eine Gebühr für die Kontoführung von 36 Franken im Jahr. Und zwar für jedes Konto, was bei mehreren Konten inklusive Kreditkarten ins Geld gehe, so ein Betroffener. Zudem seien die Kunden nicht vorgängig informiert worden, und die Gebühr sei erst per Herbst in Kraft getreten, würde nun aber fürs ganze Jahr belastet. Der Chef der Raiffeisen Mutschellen-Reppischtal betont, dass die Bank ihre Kunden schon im Januar 2020 „mittels Hinweis auf dem physischen und elektronischen Kontoauszug über die angepassten Dienstleistungspreise per Anfang 2020 informiert“ habe. Alle Gebühren stünden auch auf der Webseite.

Die angesprochene „Kontoabschlussgebühr“ gelte nur für „Nicht-Mitglieder“ mit Privatkonten; die Raiffeisen-Genossenschafter müssten nichts zahlen. Die Banken holen’s mit den Gebühren? Danach sieht es aus. Gleichzeitig sorgte die UBS Schweiz zum Jahresanfang mit einem Brief an ihre Retail- und Firmenkunden für Aufregung. Sie schickte allen eine Rechnung, gemäss der eine „Pia Rutschmann“ einer „Robert Schneider AG“ knapp 4’000 Franken für „Gartenarbeiten“ zu zahlen hätte. Es handelt sich um eine Fake-Rechnung, mit der die UBS auf den neuen QR-Code fürs Zahlen hinweisen wollte. Damit versuchen die Banken, die Online-Überweisungen zu vereinfachen. Offenbar verstanden das einige Empfänger nicht so richtig.

Jedenfalls kommt es seit Montag zu zahlreichen Anrufen von Kunden, die von der Grossbank wissen wollen, was das für eine Rechnung sei. Die UBS wollte sich offiziell nicht dazu äussern. Aus der Bank war zu vernehmen, dass auf dem Schreiben „explizit“ draufstehe, dass es sich um ein „Beispiel“ handle. Auch der QR-Code sei „fiktiv“. Früher verwendeten die Banken meist Namen wie Max Muster, um den Illustrationszweck klarzumachen. Diesmal entschied sich die UBS für echt klingende Namen; das machte die Rechnung für viele verdächtig echt. Schliesslich sorgte die Nummer 1 der Schweiz kürzlich mit der Verweigerung von 130’000 Franken Cash-Bezug in Winterthur für Kritik. Statt dem Wunsch nachzukommen, schmiss die Grossbank den Mann hinaus.

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