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Moneypark zwingt Crew zu Konkurrenz-Verbot

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 04.01.2021, 15:00 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 5368x gelesen

Zürich [ENA] Mitarbeiter müssen unterschreiben, dass sie nicht zu direkten Mitbewerbern überlaufen. Bis 2018 gab’s aggressives Provisionsmodell. Die Moneypark ist eine der Erfolgsfirmen der letzten Jahre. Die Beraterin hat es mit Hypo-Vermittlungen zu stolzer Bekanntheit und Grösse gebracht. Nun hat die Firma offenbar Angst um ihren Besitzstand. Jedenfalls lässt sie ihre Mitarbeiter Konkurrenz-Verbote unterzeichnen.

„Es ist richtig, dass wir für diverse Funktionen/Rollen eine Konkurrenzverbotsklausel in den Arbeitsverträgen inkludiert haben“, bestätigt eine Sprecherin der Moneypark. „Die Konkurrenzverbotsklausel liegt im Rahmen der allgemeinen und branchenüblichen Marktstandards.“ „Sie betrifft nicht die Finanzbranche im Allgemeinen, sondern lediglich direkte Konkurrenten, die ganz oder zu einem wesentlichen Teil dieselben Leistungen wie die MoneyPark Gruppe erbringen und damit ein aus Sicht der Kunden vergleichbares Geschäftsmodell haben wie MoneyPark.“ Neben dem Konkurrenzverbot sorgt bei den Mitarbeitern weiteres für Unruhe. Es gebe einen „riesigen Druck“, mit potenziellen Kunden einen Abschluss zu erzielen, sagt eine Auskunftsperson.

Die Angestellten würden die Kunden „ins Büro locken“, um ihnen dort neben Hypotheken auch Versicherungspolicen schmackhaft zu machen. Die Helvetia Versicherung hat vor 4 Jahren 70 Prozent der Moneypark erworben, weitere Anteile gehören der Tx Gruppe, die den Tages-Anzeiger herausgibt. Die Kunden respektive Interessenten übergeben der Moneypark detaillierte Unterlagen, darunter Lohnausweise, Steuererklärungen und 3a-Vorsorge-Konten. Laut einem Insider würde Moneypark sämtliche persönliche Daten des möglichen Kunden speichern. Auch das wird von der Sprecherin bestätigt. „Macht ein Interessent eine Anfrage, kann er MoneyPark die sachdienlichen Unterlagen in einer sicheren Umgebung übermitteln. MoneyPark stellt dazu eine

Plattform zur Verfügung.“ „Die Daten werden dann im Rahmen der Vorgaben des Datenschutzgesetzes bearbeitet und gespeichert. Dies erfolgt ausschliesslich auf Servern in der Schweiz, die höchste Sicherheitsstandards erfüllen.“ „Der Interessent oder Kunde hat dabei jederzeit Einblick in alle seine Unterlagen, und die Löschung ist jederzeit möglich.“ Die Praktiken der Moneypark gaben schon früher zu reden. Insbesondere das Lohnmodell war umstritten. Wie passt dieses Versprechen zu den forschen Provisionsmodellen? Bei der Moneypark heisst es dazu, dass die erwähnten Vergütungs-Modelle im 2018 abgeschafft und durch neue ersetzt worden.

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