Samstag, 06.03.2021 02:10 Uhr

Wie teure Impfstoffe Israels Wirtschaft retten

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Jerusalem, 06.01.2021, 10:47 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 5153x gelesen

Jerusalem [ENA] Notorische Gegner des in Angelegenheit der Covid-Bekämpfung aktivistischen israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu beanstanden, er verschleudere zufolge seiner raschen Kaufentscheide Staatsgelder. 150 Mio. $ zu viel habe Israel den Pharmaunternehmen in den Rachen geworfen. Nun entkräftet die israelische Nationalbank diese Behauptung mit einer überraschenden Analyse.

Israels Markt ist überschaubar klein. Bei Bestellungen von Impfdosen im einstelligen Millionen-Bereich ist der Handlungsspielraum für Preisnachlass praktisch nicht vorhanden. Pro Einheit zahlte Israel 15 $ mehr als den „Katalogpreis“. In einer Studie wurde nunmehr geltend gemacht, dass unterm Strich bei intensiver Nutzung der Schutzimpfung Israels Wirtschaft den entstandenen Investitionsposten bei Weitem wettmache. Sollte die Bevölkerung bloss in gemächlichem Tempo durchgeimpft werden, stehe 2021 ein Wachstum von 3,5% bevor; würde der Impfprozess beschleunigt, ergäbe sich gar die Aussicht auf ein Wachstum in der Grössenordnung von 6,3%.

Während von solchen Perspektiven im von Covid betroffenen Europa kaum jemand zu träumen wagt, zumal Impfstoff bloss in unzureichendem Masse der Bevölkerung zur Verfügung gestellt wird, wird in der Vorausschau gleich schon die israelische Einnahmequelle durchforstet: dank der Mehrausgaben in Höhe von 150 $ (ca. 0,5 Mrd. Schekel) würde sich die Wertschöpfung auf deren 37 Mrd. Schekel hochschrauben lassen. Die Option, dass die israelische Bevölkerung nach zwei bis drei Wochen harter Ausschliessung vom Wirtschaftsleben - der umfassendste Lockdown bis anhin mitsamt Ausgangssperre beginnt donnerstags - wieder in ein mehr oder minder normales Alltagsleben unter Nutzung ihrer schöpferischen Energien eintauchen kann, ist nicht allzu verwegen.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.