Mittwoch, 03.03.2021 03:11 Uhr

Neujahrsempfang der IHK Wiesbaden

Verantwortlicher Autor: Michael Hofmann Wiesbaden, 20.01.2021, 19:45 Uhr
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Wiesbaden [ENA] Pünktlich um 17.00 Uhr startete am 20.01.2021 die Liveübertragung des Neujahrsempfangs der IHK Wiesbaden. Erstmals fand diese Veranstaltung in diesem Format statt. Eingeleitet wurde das Event durch den Sänger und Songwriter Kenneth Minor mit Bandkollegen und Musik aus dem Kesselhaus. Durch das Programm führten Sabine Meder, Friedemann Götting und Christine Lutz aus der Hauptgeschäftsführung der IHK Wiesbaden.

Nach dem musikalischen Akt eröffnete der Präsident der IHK Wiesbaden, Herr Dr. Christian Gastl, den virtuellen Neujahrsempfang 2021. Aus „Aufbruch 2020“ wurde „Umbruch 2020“, womit beim letzten Neujahrsempfang noch niemand rechnen konnte, so Dr. Gastl. Die Aufarbeitung und Bewältigung dieser Krise wird auch die kommunale Politik bewegen, so führte Dr. Gastl weiter aus.

Herr Dr. Gast wies auf die im März 2021 stattfindenden Kommunalwahlen hin. Hier gelte es den Politikern entsprechende Hinweise auf den Weg zu geben. Die IHK habe dies auch getan. Er reflektierte, dass er noch vor einem Jahr fast jeden persönlich mit Handschlag begrüßte. Er hoffe, dass nächstes Jahr der Neujahrsempfang wieder in altbewährter Form stattfinden könne. Der Vorteil dieses Formats sei aber, dass alle eingeladen werden konnten, die es wollten. Es gäbe bei einer virtuellen Veranstaltung keine Begrenzung der Teilnehmerzahl.

Anschließen begrüßten Sabine Meder, Friedemann Götting und Christine Lutz aus der Hauptgeschäftsführung der IHK Wiesbaden die Gäste. Es wurde unter anderem über Gewinner der Corona-Pandemie gesprochen, also über Unternehmen, die genau zur richtigen Zeit das richtige Produkt verkauft haben, sich neu aufgestellt oder das Geschäftsmodel verändert haben. Aber die Mehrheit der Unternehmerinnen und Unternehmerinnen seien keine Gewinner. Und viele sehen bis heute keine Perspektive.

Dr. Christian Gastl führte anschließend die Teilnehmenden zu einem Ort, wo dies besonders deutlich wird. Der Präsident der IHK Wiesbaden stand im Schlachthof, einer Eventlocation in Wiesbaden, die besonders unter der Corona Krise zu leiden hat. Er stellte die Frage, wann endlich wieder Leben im Schlachthof sei. Er stünde dort stellvertretend für eine Vielzahl von Branchen, die durch den Lockdown besonders hart getroffen seien. Zum Beispiel Gastronomie, Catering, Einzelhandel. Diese und andere Unternehmen müssen darum bangen, ihre wirtschaftlichen Fähigkeiten erhalten zu können.

Dr. Gastl betonte, dass Hoffnung nicht das einzige sein könne, worauf sich die Unternehmer verlassen sollen. Es sei wichtig zu wissen, wie die finanzielle Grundlage gesichert werde, damit man überleben kann und in der Zukunft wieder die Geschäftstätigkeit aufnehmen könne. Einige Maßnahmen seien zwar schon eingeleitet worden, aber deren Umsetzung, so Dr. Gastl, lasse zu wünschen übrig. Hier verwies er deutlich auf die Defizite bei der Auszahlung der Überbrückungshilfen.

Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, den Zusammenhalt zu fördern und sich regional auszurichten. Schließlich sei auch die Frage der Planungssicherheit ein wesentliches Element, so Dr. Gastl. Perspektive bedeute, dass man planen können muss, wie man seine wirtschaftliche Aktivität fortführen kann. Dies gelte es insbesondere auf Seiten der Politik deutlich zu artikulieren.

Dr. Christian Gastl sieht die Krise aber auch als Chance sich darauf zu besinnen, was gut gelaufen ist. Als Beispiel nannte er, dass man gesehen habe, dass die Bürokratie schnell arbeiten könne. So konnten die Gastronomen in der Hochphase die Möglichkeit nutzen die Außenbereiche zu erweitern. Hier habe die Stadt schnell und unbürokratisch geholfen. Auch haben viele nun die Möglichkeit, Homeoffice zu nutzen und man hat erkannt, dass nicht jede Dienstreise nötig war. Und schließlich habe man auch gesehen, dass Zusammenhalt funktioniert. Händler haben sich zu Liefergemeinschaften zusammengeschlossen, es wurden gemeinsame Gutscheinsysteme organisiert und man hat sich gegenseitig unterstützt.

Im Anschluss wurden Stimmen und Gesichter der Veranstaltungsbranche gezeigt. „Absage“ sei das Wort der Krise und der Veranstaltungsbrache -aber nicht nur dieser- gehe es schlecht. In der Veranstaltungsbrache arbeiten 1,5 Millionen Menschen, darunter Künstler, Organisatoren, Messebauer, Catering-Unternehmen, Event Agenturen und viele mehr. Unter anderem war eine Künstlerin zu sehen, die davon berichtete, wie sie von jetzt auf gleich nicht mehr arbeiten konnte und -da es keinerlei Hilfen gab– auf Grundsicherung angewiesen war. Sie hätte sonst ihre Familie nicht mehr ernähren können. Starke Kritik gab es in Bezug auf die November- und Dezemberhilfen. Hier sei eine unwürdige Schieflage der Subventionen entstanden und man brauche eine Anpassung.

Positive Erwähnung fand das Projekt „Wi für Kultur“. Bei einer Reihe von Benefizveranstaltungen, die per Live-Stream im Internet übertragen werden, konnte Geld für bedürftige Künstler gesammelt werden. Im Anschluss führte Dr. Gastl die Teilnehmenden durch die Baustelle im Alten Gericht. Hier wird ein Gründerzentrum entstehen, welches die IHK als Leuchtturm für Innovationen sieht. Gründer seien die Unternehmer von Morgen und das Gründerzentrum verknüpfe Tradition und Moderne.

In einer Videobotschaft betonte Gerd-Uwe Mende, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, dass es gut sei, dass Wiesbaden so vielseitig aufgestellt sei. Es gäbe keine Ballung von krisenrelevanten Zweigen. OB Mende prognostizierte, dass uns die Krise auf mittlere Sicht noch weiter begleiten werde. Die Zulassung der Impfstoffe bezeichnete er als einen Silberstreif am Horizont.

Einen weiteren virtuellen Ausflug gab es zur Aartal-Strecke „Eiserne Hand“. Unter dem Motto „Mobilität – Jetzt handeln“ erwähnte IHK Präsident Dr. Gastl, dass die Citybahn dort niemals fahren werde, aber man in die Zukunft schauen und Perspektiven wahren müsse. So erwähnte er unter anderem die Ringbahn von Ditz nach Wiesbaden als eine mögliche Option. Es gelte gemeinsam mit der Politik Lösungen zu finden. Anstatt die Vergangenheit zu bewältigen, müsse man jetzt handeln.

Der virtuelle Neujahrsempfang wurde immer wieder durch Musik von Kenneth Minor mit seinen Bandkollegen aufgelockert. Er war sehr kurzweilig und interessant und endete mit Bildern vergangener Neujahrsempfänge.

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